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WOHNUNGSBAU GMBH WORMS

Wohnungsbau – seit jeher unser Thema

Ein kurzer Abriss der Historie

Wohnungsbau GmbH Worms

Die Wohnungsbau GmbH Worms wurde direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet. Wie in den meisten Städten des Nachkriegsdeutschlands war die allgemeine Wohnungsnot eine der brennendsten Fragen, die zu lösen waren. In Worms führte sie zur Gründung des gemeinnützigen Wohnungsunternehmens, der Wohnungsbau GmbH Worms, im Jahr 1950.

Hierzu ein Auszug aus der Jubiläumsschrift
„50 Jahre Wohnungsbau GmbH Worms“ (Worms, 2000):

 

Wohnungsbau bleibt wichtigste Aufgabe dieser Jahre.

Wie in der Notversorgung mit Lebensmitteln ist oft Eigeninitiative gefragt. Städtischer Wohnbesitz ist stark betroffen. Fast die Hälfte liegt in der Todeszone. In die zerstörte Stadt kommen von Kriegsende bis 1949 mehr als 15.000 Menschen zurück, Evakuierte, Ausgebombte, Soldaten, dazu die ersten Zuwanderer aus Ostgebieten. Die Besatzer, zuerst Amerikaner, dann Franzosen, haben 172 Wohnungen und zahlreiche Einzelzimmer beschlagnahmt. Unlösbare Aufgaben? …

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Vor und während des Krieges war der Wohnungsbau zudem vernachlässigt und die Instandsetzung gebremst worden. 1945 war städtischer Hausbesitz nur im Westen und Norden glimpflich davongekommen, doch auch dort ist Nachholbedarf und Materialmangel schließt Sanierung zunächst aus.

Die Priorität, die dem Wohnungsbau zuteil wird, weist der Zahlenspiegel eindeutig aus. Er steht hinsichtlich der städtischen Förderung in sechs Nachkriegsjahren nach Währungsumstellung auf dem 1. Platz. Von 36 Millionen des städtischen Haushalts fließen ihm 6,2 Millionen zu, die Stadtwerke mit ihren lebenswichtigen Einrichtungen folgen mit 4,5, die Enttrümmerungskosten mit 2,6 Millionen. Zahlen, die vor dem Hintergrund der damaligen Wertermittlung zu sehen sind. Worms hat überdies bereits 1949 mit 51.000 Einwohnern sogar 2000 mehr als bei Kriegsausbruch 1939.

Mit Tempo am Start

Not, Eile, Ungeduld sind die Schlagworte Ende der vierziger Jahre. Das I. Wohnungsbaugesetz vom April 1950 schafft die rechtlichen Grundlagen für den „Sozialen Wohnungsbau“ und damit die Basis für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Deutschlands. Das Wort von der sozialen Pflicht wird zum Schlüsselbegriff. Öffentliche Förderung hilft Weichen stellen. Zusammen mit dem sechs Jahre später in Kraft getretenen II. Wohnungsbaugesetz bestehen diese gesetzlichen Rahmenbedingungen bis heute fort, d. h. nunmehr 50 Jahre.

Blick auf Worms im März 1949

Im Rathaus werden erste Schritte zur Gründung einer gemeinnützigen Gesellschaft unternommen. Kontakte mit am Ort bestehenden Gesellschaften und Genossenschaften verlaufen im Sande. Mustersatzungen werden beschafft; sie sind Grundlagen für erste Vorlagen an den städtischen Finanzausschuss der neuen Stadtvertretung. Beigefügt sind die Aufstellungen über den städtischen Wohnungsbesitz.

Von folgenden Voraussetzungen gehen Oberbürgermeister Heinrich Völker und seine Verwaltung aus:
Die Stadt will sich ein Instrument schaffen, das schnell und wirksam arbeitet und zwar mit dem Ziel

  1. den städtischen Wohnbesitz in einer besonderen Gesellschaft zusammenzufassen und dadurch wirtschaftlicher und zweckvoller zu verwalten.
  2. alle Aufgaben, die der Stadt aus der Fürsorgepflicht für Ihre Bewohner auf wohnungspolitischem Gebiet entstehen, zu übernehmen.

Auf dessen Tätigkeit will sie, demokratisch geordnet, bestimmenden Einfluss haben. Gemeinnütziger Charakter hat Vorrang. Wirtschaftlichkeit und unternehmerische Führung sind unabdingbar bei einem schon vorhandenen großen Wohnbesitz und den beabsichtigten neuen Bauaufgaben.

Das passierte im Gründungsjahr 1950

Das Tempo im entscheidenden Jahr 1950 lässt heutzutage aufhorchen:
Das Tempo im entscheidenden Jahr 1950 lässt heutzutage aufhorchen:

17. März 1950:

Vorlage dem Haupt- und Finanzausschuss (4x Ja, 3x Enthaltung)

28. März 1950

nach zweistündiger Aussprache im Stadtrat 19:12 Stimmen bei drei Enthaltungen Gründungsbeschluss

31. Mai 1950

der Gesellschaftsvertrag „steht“, Notar Hugo Bros beurkundet

6. Juni 1950

werden in der ersten Sitzung des Aufsichtsrats die Geschäftsführer bestellt

16. August 1950

wird rückwirkend zum 31. Mai 1950 die Gemeinnützigkeit anerkannt

20. September 1950

schließlich Eintragung in das Handelsregister. Das Fundament ist gegossen

JEDES JAHRZEHNT HATTE SEINE HERAUSFORDERUNGEN

1950er
1950er

1950er Jahre

Die neu gegründete Gesellschaft muss sich direkt immensen Herausforderungen stellen. Zunächst werden Baracken abgebrochen, Elendsquartiere beseitigt und kriegszerstörte Gebäude wieder aufgebaut. Zwischen 1950 und 1960 entstehen in der Innenstadt 1.000 dringend benötigte neue Wohnungen, vor allem für Fürsorgeempfänger und Sozialrentner. Preiswert, solide und vor allem schnell, das ist das Gebot der Stunde, um möglichst vielen Menschen helfen und wieder eine Perspektive bieten zu können. Ein Dutzend kaufmännische und technische Angestellte sorgen für einen reibungslosen Geschäftsablauf. Der Geschäftsführung wird bereits nach zwei Jahren bescheinigt: „Die GmbH wird sparsam verwaltet, unangemessene Aufwendungen werden nicht festgestellt“ und: „Die organisatorische Gestaltung ist vorbildlich“.
Der Start ist geglückt.

1960er
1960er

1960er Jahre

In diesem Jahrzehnt konzentriert sich das Unternehmen mit seiner Neubautätigkeit vor allem auf innerstädtische Lückenschließungen und stadtrandnahe Maßnahmen.
Die Aufgaben der Gesellschaft haben sich seit ihrer Gründung kaum verändert. Noch immer liegt ihr Schwerpunkt bei der Versorgung der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerung mit preiswertem Wohnraum. Worms-Horchheim wird als erster Vorort in die Neubautätigkeit einbezogen.
In einer ersten Stufe wird das Nordend saniert – ein Teil der Barackenwohnungen ist bereits verschwunden.
Am Ende des zweiten Jahrzehnts ist die Zahl der Wohneinheiten auf mehr als 2.500 gestiegen.

1970er
1970er

1970er Jahre

Das Neubauprogramm läuft auch in den 1970-er Jahren, wenn auch etwas vermindert, weiter. Mit dem Projekt Neuhausen-West, das für die Bauaktivitäten des ganzen Jahrzehnts bestimmend ist, realisiert die Gesellschaft ein dem damaligen Zeitgeist entsprechendes Hochhausprojekt in Fertigbauweise mit insgesamt 346 Wohnungen.
Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 1975 kann eine positive Bilanz gezogen werden. In einem Vierteljahrhundert wurden über 2.000 Sozialwohnungen gebaut. Parallel wird die Sanierung und Modernisierung der Altbauten vor allem durch sanitäre Verbesserungen, Einbau von Bädern und die Zusammenlegung von kleinen Wohnungen vorangetrieben. 14 Kinderspielplätze werden angelegt und sind ein Beleg für die Fürsorge des Unternehmens gegenüber der Mieterschaft.
1980er
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1980er Jahre

Die kontinuierliche Kürzung von staatlichen Fördermitteln führt zwischen 1980 und 1990 zu einem weiteren Rückgang der Neubauprojekte. Daher wendet sich die Gesellschaft nun Objekten im Rahmen der Altstadtsanierung zu. Insgesamt werden über 200 Wohneinheiten z. B. im Judenviertel und dem dortigen Umfeld modern und zeitgerecht saniert und aufgewertet und somit ein maßgeblicher Beitrag zur Erhaltung des Charakters der Wormser Altstadt geleistet. Auch die weitere Beseitigung sozialer Brennpunkte bleibt im Fokus; vor allem kinderreichen Familien soll geholfen werden. Das groß angelegte Sanierungsprogramm im Nordend wird weiter vorangetrieben und Anfang der 1990-er Jahre abgeschlossen.
Mit einem öffentlich geförderten Miet-Reiheneigenheim-Programm entstehen zwischen 1982 und 1995 insgesamt 50 familiengerechte Wohneinheiten. Auch die Sanierung im Süden von Worms geht voran. An der Boosstraße werden 19 solide Einfamilien-Reihenhäuser für kinderreiche Familien sowie andere Wohneinheiten gebaut. Anfang der
1990-er Jahre kann vermeldet werden: Auch hier ist der
soziale Brennpunkt beseitigt.
1990er
1990er

1990er Jahre

In den 1990-er Jahren erfolgt nochmals ein Anstieg der Neubauten, vor allem auf der Herrnsheimer Höhe entstehen insgesamt 217 Wohnungen. Auch städtebaulich setzt die Gesellschaft Akzente. Auf dem ehemaligen Wagenhallen-Gelände an der Bebel- und Von-Steuben-Straße entsteht ein Großprojekt mit über 100 Wohnungen. Diese sind sowohl auf Familien mit Kindern als auch auf 1-Personen-Haushalte zugeschnitten. Bis in die 2000-er Jahre hinein investiert die Gesellschaft nun jedoch hauptsächlich in die Sanierung und Aufwertung ihrer Bestände.
Technische Verbesserungen, neue Grundrisse durch Entkernungen und wachsende Ansprüche bestimmen den Aufgabenbereich. Zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 kann die Wohnungsbau GmbH Worms auf eine Bauleistung von 2.752 Wohnungen zurückblicken. Des
Weiteren kauft sie weitere, von der Stadt bislang gepachtete Objekte an und verfügt nun über einen Bestand von insgesamt ca. 4.000 Wohnungen, was rund 11 % des gesamten Wohnungsbestandes in der Stadt ausmacht.

2000er
2000er

2000er Jahre

Auch im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends geht die Modernisierung von kompletten Quartieren weiter. Kleinwohnungen werden zusammengelegt und den aktuellen technischen Standards gemäß ausgestattet. Fenster und Fassaden werden erneuert und gedämmt, um Energie zu sparen und Schall besser zu schlucken. Zusätzlich werden spezielle Projekte wie „Generationsübergreifendes Wohnen in Miete“ ins Leben gerufen, um den Dialog und die gegenseitige Hilfe unter Nachbarn und Generationen zu fördern. In der Thomasstraße entstehen 31 barrierearme Wohnungen für Jung und Alt, ein Gemeinschaftsraum bietet reichlich Platz für Treffen und Aktivitäten aller Art. Um auch der stetig höher werdenden Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum im Zentrum von Worms gerecht zu werden, gründet die Wohnungsbau GmbH Worms 2002 zusammen mit der Wika Bauträger GmbH die Tochtergesellschaft Liebenauer Feld GmbH, eine öffentlich-private Partnerschaft mit dem Ziel, das zentral gelegene, hervorragend angebundene und mit viel Grün ausgestattete Wohngebiet Liebenauer Feld zu entwickeln. Hier werden verschiedene Modelle des Wohnens, z. B. Eigentumswohnungen, Lebenszyklushäuser und Stadthäuser zum Kauf angeboten und erfreuen sich schnell großer Beliebtheit.

Meilenstein der 2000er Jahre

In dieses Jahrzehnt fällt ein Meilenstein in der Geschichte der Wohnungsbau GmbH Worms. Der Bau und Bezug eines neuen, barrierefreien und lichtdurchfluteten Verwaltungsgebäudes in der Von-Steuben-Straße 15 stellt 2014 die Weichen für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft sowie eine deutliche Serviceverbesserung für ihre Mieter.

2010er
2010er

2010er Jahre

Eine wachsende Zahl von Singles, der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum mit wenigen Barrieren durch den demografischen Wandel und der Zuzug von Migranten sorgen in diesem Jahrzehnt plötzlich wieder für eine hohe Nachfrage nach sozialem Wohnungsbau. Daher wendet sich das Unternehmen nun wieder verstärkt seiner ursprünglichen Aufgabe, der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, zu. Dies geschieht vornehmlich im Rahmen von Ersatzbauten und Nachverdichtung, um zusätzliche Investitionen in städtische Infrastruktur wie Straßen oder Kanalisation zu vermeiden. Im Sommer 2019 wird das ambitionierte Wohnensemble Bebel-/Würdtweinstraße mit 89 barrierefreien Wohnungen von Single-Appartements bis zu Vier-Zimmer-Wohnungen fertiggestellt und bezogen. Allerdings haben sich die Bauvorschriften im 21. Jahrhundert stark verschärft und die Preise sind erheblich gestiegen. Somit warten weitere große Herausforderungen auf die Gesellschaft, die diese jedoch mit großem Engagement, entsprechendem Know-How und Weitblick annimmt um den vor siebzig Jahren begonnenen erfolgreichen Weg zum Wohle seiner Mieter, der Gesellschaft und der Stadt Worms weiter zu beschreiten.